COSTA BLANCA STAGE RACE

Meine Mountainbikesaison startet in diesem Jahr früh. Zusammen mit meiner neuen  brasilianischen Teamkollegin Viviane Favery war ich verganene Woche  beim 4tägigen Costa Blanca Etappenrennen am Start und erkämpfte den zweiten Schlussrang. Ein schöner Erfolg zum Saisonauftakt! 

Vivi und ich lernten uns im Oktober beim Brasil Ride Etappenrennen kennen (welchen ich ja mit Simon in der Mixed Kategorie gewinnen konnte. Sie gewann damals das Rennen in der Ladies Kategorie.). Als Team zusammen Rennen zu fahren ist aber natürlich nochmals ganz etwas Anderes. Ich habe zwar mittlerweile ziemlich viel Erfahrung im bestreiten von Etappenrennen. Also zum Beispiel wie man die Kräfte über die Tage einteilt, welche mentale Einstellung es braucht, wo die grossen Stolpersteine liegen, wie man den Teampartner motiviert, wann man besser mal auf den Mund sitzt und eine Bemerkung verklemmt, etc. Aber Etappenrennen fahren mit jemanden den man auf und auch neben dem Bike kaum kennt, ist eine Herausforderung. Jeder Mensch, jeder Athlet ist einzigartig und um als Team gut zu harmonieren, muss man sich fast blind aufeinender verlassen können und auch die Stärken & Schwächen des Partners kennen. Dies war bei meinem vorherigen Team Colnago der Grund wieso Eva Lechner und ich so gut zusammengearbeitet haben. Sieben Jahre lang haben wir fünf Monate im Jahr das Hotelzimmer geteilt, wir haben zusammen trainiert, gelacht, gelitten und gelernt so miteinander zu leben, dass wir uns kaum auf die Nerven gehen. Klaro kann man einander im Rennen dann blind vertrauen. Ich hätte ihr mein Leben anvertraut. Und würde es auch heute noch.

Meine neue Teamkollegin Vivi und ich hingegen starteten zum Costa Blanca Rennen mit ganz anderen Voraussetzungen. Zwei Trainings konnten wir vor Ort zusammen machen bevor das Rennen los ging. Bei ihr kamen dabei noch dazu, dass sie einen Langstreckenflug in den Beinen hatte und sich auf einem neuen Bike zurechtfinden musste. Ich bin echt stolz darauf, wie wir die Aufgabe gemeistert haben. Wir hatten eine klare Rollenverteilung: Ich war der Captain und sie mein Protégée. Dies hat sich sehr bewährt und es war schön zu sehen, wie sie sich über die vier Tage entwickeln konnte. Für mich selber war es eine wahnsinnig gute und wertvolle Erfahrung ihr zu helfen neue Fähigkeiten zu entwickeln und auch Fehler zu sehen, die ich selber auch mache, mir selber aber nicht wirklich bewusst waren. Wir haben beide viel gelernt diese Woche  und mit dem zweiten Schlussrang das Maximum des Möglichen herausgeholt. Auch haben wir viele Werte UCI Punkte gewonnen, die ich für eine bessere Startposition brauche. Ich bin mit unserem Saisoneinstieg sehr zufrieden und freue mich über den gelungenen Auftakt!

Verfasst am 03/02/2016 von Nathalie Schneitter