MARATHON WELTMEISTERSCHAFT

Die vergangenen drei Wochen standen für mich in Zeichen der Marathon WM. Für die 70 Kilometer und 2587 Höhenmeter die mich da erwarteten, habe ich viele Trainingsstunden investiert und bin viele Stunden im Schweizer Juniregen im Sattel gesessen. Ich habe mich richtig auf die Herausforderung gefreut und war sehr motiviert bei meiner ersten Marathon WM gut vorbereitet am Start zu stehen.

Die Strecke kam mir mit ihrem konstanten auf und ab und dem hohen Singletrailanteil sehr entgegen und mein vollgefedertes Rose Thrill Hill war das ideale Bike für die Aufgabe.
Unser Startschuss fiel am Sonntagmorgen um 8.20uhr - dies bedeutete, dass ich um 6uhr mit wenig Appetit am Frühstückstisch sass. Ich startete mit der Nummer 46 ins Rennen, weil ich genau Null komma Null Punkte in der Marathon Weltrangliste besitze. Ich war aber in guter Begleitung und auf der Startlinie flankiert von den Favouritinnen Jolanda Neff und Annika Langvad. Ich konnte mich am Start gut nach vorn Kämpfen, war aber darauf bedacht keine unsinnigen Überholmanöver zu riskieren und keine Kräfte früh im Rennen zu vergeuden. Ich reihte mich in den top 20 ein und kämpfte mich Rang für Rang nach Vorne. Ich wusste dass das Rennen lang und hart werden würde, versuchte aber dies auszublenden und mich voll auf den Moment zu konzentrieren. 
Bei Kilometer 20 hatte ich mich Nahe an die top 10 herangearbeitet und bis Kilometer 45 bis auf den 7. Rang. Bei der vierten Verpflegungszone unterlief mir aber ein Fehler und mir glitt meine volle Trinkflasche aus der Hand. Ich stoppte zum sie aufzuheben, aber da war sie schon mehr als halb leer. Mit blieb nichts anderes übrig als meine Flüssigkeitszufuhr zu rationieren und irgenwie bis zur nächsten Verpflegungstation durchzukommen. Dies gelang mir zwar gut, aber auf den letzten 15 Kilometer des Rennens musste ich dafür büssen und verlohr noch ein paar Plätze. Ich kämpfte bis zum letzten Meter und konnte nach 4 Stunden, 14 Minuten und 56 Sekunden den 10. Schlussrang ins Ziel retten.

Ich bin sehr sehr glücklich mit meiner Leistung am Sonntag und konnte ein cleveres und konstantes Rennen zeigen. Es lief mit Sicherheit nicht 100% perfekt, aber bei einem solch langen Rennen ist dies eigentlich zu erwarten. Ich kam sehr gut mit der Aufgabe und den Bedingungen zu recht. Gewonnen hat das Rennen meine Schweizer Kollegin Jolanda Neff. 

Ich freue mich nun sehr auf den Heimweltcup in der Lenzerheide in zwei Wochen. Zuerst brauche ich aber noch ein zwei Tage Erholung, danach kann ich im Training wieder Gas geben. 

 

Verfasst am 28/06/2016 von Nathalie Schneitter