NIGHTRACE SCHLANDERS & BMC RACING CUP DAVOS: ZURÜCK IM GESCHÄFT!

Das erste Bike Rennwochenende nach meiner Verletzung ist geschafft!. 

Ich war nervös und unsicher. Vorfreude und eine gewisse Angst vor dem "Nichtkönnen" oder zumindest dem "Noch-Nichtkönnen" mischten sich und erleichterten mir den Einsieg nicht gerade.

 

Das Rennwochenende startete mit dem Nightrace in Schlanders im Vinschgau (Für die Nicht-Südtirol-Kenner: Vinschgau ist das Tal hinter dem Ofenpass, bzw. Reschenpass und führt von der Schweizer Grenze bis nach Meran). Organisiert wird das Rennen von meinem Coach Edi und seinen Helfern, die wieder einmal ein echtes Dorffest aus dem Ärmel zauberten. Das Rennen in Schlanders ist über die letzten Jahre zu einem wahren Klassiker geworden und obwohl keine Punkte für die Weltrangliste vergeben werden, finden jedes Jahr zahlreiche Top-Fahrer den Weg ins malerische Südtirol. 

Wie der Namen schon sagt, findet das Rennen in der Nacht statt. Start war um halb neun abends und je länger das Rennen dauerte, desto dunkler wurde es… Zum Glück wird die Strecke relativ gut ausgeleuchtet!

Mein zweiter Platz hinter meiner Teamkollegin Eva freut mich sehr und ich habe mich gut gefühlt. Der Tritt stimmte, die Leidensfähigkeit auch und ich konnte meine Grenzen ausloten. 

Nach dem Rennen gestaltete sich dann alles etwas hektisch und der Regen bescherte uns mit Bike waschen und wieder herrichten noch etwas zusätzliche Arbeit. Um halb eins fiel ich dann müde ins Bett und am nächsten Tag um sechs Uhr hiess es dann schon wieder ab die Post und nach Davos losbrausen.

 

In Davos ginge dann ähnlich weiter. Die Zeit reichte gerade für eine Runde auf der Strecke, einen kurzen Bikewash und dann musste ich auch schon an die Startlinie weiter. Für einmal wurde es nichts mit Einfahren auf der Rolle oder gezielten Intervallen vor dem Start. Alles musste schnell gehen.

Zu Beginn des Rennens konnte ich ein relativ gutes Tempo anschlagen und auch zwei Runden durchziehen. Danach fehlte die Energie, der letzte Biss. Erst in der letzten Runde als ich in Gefahr lief noch zwei weitere Plätze zu verlieren, konnte ich den Motor wieder etwas aufdrehen und mich mit einer soliden letzten Runde ins Ziel retten. Klar war auch die Vorbelastung vom Vortag nicht ganz ideal und vielleicht etwas leistungsschwächend. 

 

Trotzdem: Der Wiedereinstieg ins Renngeschehen ist geglückt. Damit meine ich nicht der guten Form wegen, sondern weil ich mehr oder weniger beschwerdefrei meine Runden fahren konnte und mich zeitweise auch gut fühlte. Jetzt kommt aber der schwere Teil: Von gut zu sehr gut. Dies ist erfahrungsweise der schwierigste und schweisstreibendste Teil.

 

Kommendes Wochenende werde ich bei der Schweizermeisterschaft in Balgach an den Start gehen. Meine Erwartungen sind relativ bescheiden. Ich möchte nochmals ein Schrittchen Vorwärts machen und mit genügend Biss könnte ich durchaus auch zur Spielverderberin werden und im Kampf um eine Medaille dabei sein...

 

 

Verfasst am 18/07/2012 von Nathalie Schneitter