OLYMPISCHER TESTEVENT RIO - 12. RANG

Mitte September nach der Weltmeisterschaft entschied Swiss Cycling, dass ich zusammen mit Linda Indergand den olympischen Testevent in Rio de Janiero fahren darf. Ich habe mich wirklich SEHR über diese Chance und das Vertrauen gefreut!  Bei diesem Testevent geht es für den Verband in erster Linie darum viele Eindrücke von der Strecke, der Umgebung und den Witterungsbedingungen nach Hause zu bringen. Und natürlich ist auch das Feedback der Athleten wichtig, wie die Strecke unter Rennbelastung zu fahren ist. Wir haben auch Trainingstrecken in der Umgebung von Rio angeschaut, bisschen Tourist gespielt, viele Daten gesammelt, Video aufnahmen gemacht und und und. Es war aufregend und schön in diesen Prozess eingebunden zu werden. 

Zwei Trainingstage verbrachten wir auf der olympischen Strecke. Zunächst machten wir einen 'track walk', liefen die Runde also zu Fuss ab. Und einmal mehr kann ich bestätigen, dass für mich die Hindernisse und Sprünge zu Fuss viel viel einschüchternder wirken als auf dem Bike. Zudem hat uns die Sonne schon bei der Strecken-Wanderung fast verbraten. Danach gings für ein paar erste Kennenlern-Runden auf die Strecke. Linda und ich motivierten uns gegenseitig, studierten Linien und investierten viel Energie um die Runde bereits am ersten Trainingstag im Griff zu haben. Grösstes Hinderniss, wie oft auch im Weltcup, waren die zahlreichen anderen Fahrerinnen, die Linien studieren und im Weg stehen. Am zweiten Trainingstag absolvierten wir dann 5 Runden (Renndistanz), legten aber der Hitze wegen nach jeder Runde eine kleine Pause ein und machten verschiedenste Videoaufnahmen. Florian Vogel investierte eine seiner Trainingsrunden um Linda & mir seine Linien zu verraten und einige Tipps zu geben. 

Am Renntag war es dann nochmals einen Tick heisser. Ich vermasselte meinen Start, wei ich auf dem Pedal ausrutschte und war in der ersten Runde hinter zahlreichen Stürzen im Stau. Die Strecke macht zwar wahnsinnig Spass zum fahren, verzeiht aber kaum Fahrfehler und Stürze enden auf hartem Grund. Nach der ersten Runde lag ich auf Rang 18 und arbeitete mich dann mit einem einer sauberen, soliden Fahrt auf Rang 12 nach Vorne. Ich machte kaum Fehler, teilte meine Kräfte in der Hitze gut ein und habe gut gekämpft.... dass ich diesen Winter an meiner Startfähigkeit arbeiten muss steht aber ausser Frage. Der Start ist bei einem Cross Country sehr entscheidend und daran hat es bei meinen internationalen Einsätzen dieses Jahr oft gefehlt. Ich nehme viele positive Eindrücke aus dem Testevent mit und habe auch gesehen woran ich in diesem kommenden Winter arbeiten muss. 

Zuerst gehts jetzt aber weiter an das 7tägige Brasil Ride Etappenrennen. Dieses Etappenrennen gilt als eines der härtesten auf der Welt und stellt für mich den ersten Trainingsblock der 2016 Saison dar. Harte Arbeit zahlt sich aus und mein Countdown für die kommende Saison startet JETZT!!!

Verfasst am 15/10/2015 von Nathalie Schneitter